Für frisch gebackene Jungjäger
Geschenk zur bestandenen Jägerprüfung
Die Prüfung ist bestanden. Jetzt kommt ein Jahr, in dem ständig etwas fehlt – und fast nie das, was man geschenkt bekommt.
Monate Unterricht, eine schriftliche, eine mündliche und eine praktische Prüfung – und dann steht da jemand mit dem Zeugnis in der Hand. Was schenkt man einem Menschen, der gerade das grüne Abitur bestanden hat?
Die ehrliche Antwort zuerst: Messer, Fernglas und Jagdkleidung hat er schon. Das kauft man sich während der Ausbildung, weil man es dort braucht. Wer jetzt noch eines dazuschenkt, schenkt ein zweites.
Interessant ist das Jahr, das jetzt kommt. Zwischen der bestandenen Prüfung und der ersten eigenen Jagd liegen Behördengänge, Fristen und Anschaffungen, an die vorher niemand denkt. Genau dort stecken die Geschenke, die wirklich ankommen.
Zuerst: wie man richtig gratuliert
„Waidmannsheil“ – und der frisch gebackene Jungjäger antwortet „Waidmannsdank“.
Die Regel dahinter verwirrt viele, dabei ist sie einfach. Als bloßer Gruß unter Jägern wird „Waidmannsheil“ mit „Waidmannsheil“ erwidert – so wie man ein „Guten Tag“ erwidert. Als Glückwunsch oder als Wunsch für die Zukunft dagegen antwortet man mit „Waidmannsdank“. Ein Glückwunsch zur bestandenen Prüfung ist der zweite Fall.
Wer selbst nicht jagt, muss das nicht können. Ein schlichter Glückwunsch ist nie falsch. Aber es freut.
Jägerbrief und Jägerschlag
Der Jägerbrief ist die Urkunde über die bestandene Prüfung – oft aufwendig gestaltet und zum Aufhängen gedacht. Er ist kein amtliches Dokument; das ist der Jagdschein. Viele Jagdverbände überreichen ihn beim Jägerschlag, der traditionellen Aufnahme in die Jägerschaft.
Als Geschenk eignet sich ein guter Rahmen dafür besser als ein zweiter Jägerbrief – den bekommt er ohnehin.
Was im ersten Jahr wirklich fehlt
Sortiert nach der Reihenfolge, in der es gebraucht wird – nicht nach Preis.
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1. Die Jagdhaftpflichtversicherung
Das unromantischste Geschenk auf dieser Seite und das sinnvollste. Ohne Versicherungsnachweis stellt die Behörde den Jagdschein gar nicht erst aus – sie steht also zwingend am Anfang. Je nach Deckungssumme kostet das Jagdjahr einen zweistelligen Betrag. Was dabei zu beachten ist, steht unter Jagdhaftpflichtversicherung.
Ein Hinweis zum Termin: Das Jagdjahr beginnt am 1. April. Wer die Police Ende März abschließt, zahlt den vollen Jahresbeitrag für ein paar Tage.
2. Eine Ausweismappe
Plötzlich sind es drei Dokumente, die bei einer Kontrolle griffbereit sein müssen: Jagdschein, Versicherungsnachweis und später die Waffenbesitzkarte. Dazu kommt bei vielen noch der Begehungsschein. Eine ordentliche Mappe kostet wenig und wird jeden Tag im Revier benutzt.
Wir nutzen das Greenburry Ausweisetui aus Leder – schlicht, robust, passt in die Brusttasche. Partnerlink.
3. Ein Sicherheitsbehältnis
Das große Geschenk, gern zu mehreren. Wer eine Waffe erwerben will, braucht vorher einen Schrank – das Waffengesetz verlangt ein Sicherheitsbehältnis der Widerstandsgrade 0 oder I, und die Behörde darf die Aufbewahrung kontrollieren. Viele Jungjäger schieben die Anschaffung auf, weil sie teuer ist, und können deshalb monatelang keine eigene Waffe kaufen. Einzelheiten unter Waffenbesitzkarte für Jäger.
4. Signalkleidung für die erste Drückjagd
Die erste Saison beginnt im Herbst, und auf der Drückjagd ist Signalkleidung je nach Bundesland und Jagdleitung vorgeschrieben oder zumindest erwartet. Orange Mütze und Weste hat nach der Prüfung fast niemand – gebraucht werden sie am ersten Jagdtag.
Bewährt: die Rondane Wendejacke – orange auf der einen, Tarnmuster auf der anderen Seite – und die Lakeshore Wendemütze aus Merinowolle, ebenfalls zum Wenden. Partnerlinks.
5. Etwas gegen die Kälte
Die erste Saison ist die, in der man noch nicht weiß, wie lange drei Stunden auf einer Kanzel im November sind. Eine Thermoskanne, die wirklich dicht ist und sich mit Handschuhen öffnen lässt, ist das unspektakulärste Geschenk auf dieser Liste und das am häufigsten benutzte.
Wir nutzen die Stanley Classic – der Verschluss geht mit klammen Fingern auf, und sie überlebt den Sturz von der Kanzel. Partnerlink.
6. Übung auf dem Schießstand
Nach der Prüfung schießt kaum jemand regelmäßig – es kostet Geld und man muss hinfahren. Dabei ist das die Fertigkeit, die am schnellsten nachlässt und auf die es im Ernstfall ankommt. Ein Gutschein für den Schießstand oder das Schießkino ist ein Geschenk, das dem Wild zugutekommt. Wie wir Schießen unterrichten, steht unter Jagdliche Schießausbildung.
7. Alles für das erste Stück Wild
Wildwanne, Kühltasche, ein ordentliches Zerwirkmesser, ein Flaschenzug für die Kammer: Daran denkt vor dem ersten Stück niemand – und danach braucht man es sofort. Ein gutes Wildkochbuch gehört in dieselbe Kategorie.
Für den Anfang reicht ein Paar: das Outdoor Edge Jaeger-Pair aus Abbalg- und Aufbrechmesser. Beim Kochbuch empfehlen wir „Wild genießen“ – es erklärt auch, welches Teilstück wofür taugt. Partnerlinks.
8. Die Mitgliedschaft im Hegering oder Jagdverband
Das am meisten unterschätzte Geschenk. Wer frisch den Jagdschein hat, hat meist noch kein Revier – und Reviere findet man über Menschen, nicht über Anzeigen. Ein Jahresbeitrag öffnet Türen, die kein Ausrüstungsgegenstand öffnet.
Was er schon hat
Diese Dinge kauft man sich während der Ausbildung, weil man sie dort braucht. Wer sie jetzt schenkt, schenkt ein zweites Exemplar – oder trifft den Geschmack nicht.
Das gilt besonders für alles, was passen muss. Bei Optik, Stiefeln, Jacken und Messern entscheiden Augenabstand, Fußform und Handgröße. Da hilft nur der gemeinsame Gang zum Fachhändler – oder ein Gutschein.
- Jagdmesser – hat fast jeder, und die Vorlieben bei Klingenform und Stahl sind sehr persönlich
- Fernglas – meist das erste, was angeschafft wird
- Jagdbekleidung – Jacke, Hose und Stiefel sind nach der Praxisausbildung vorhanden
- Rucksack – dito
- Lehrbücher – stehen vom Kurs im Regal
Was Du nicht verschenken darfst
Waffen und Munition. Sie dürfen nur an Berechtigte überlassen werden, und der Erwerb ist erlaubnispflichtig. Dazu kommt ein Umstand, den viele übersehen: Ein frisch gebackener Jungjäger hat zwar den Jagdschein, aber in aller Regel noch keine Waffenbesitzkarte und noch keinen Waffenschrank. Er dürfte das Geschenk also gar nicht annehmen.
Wenn es eine Waffe sein soll: Gutschein beim Büchsenmacher. Alles Weitere macht der Beschenkte selbst, wenn er so weit ist.
Das größere Geschenk – für alle, die ihn noch nicht haben
Dieser Ratgeber richtet sich an Menschen, deren Jungjäger die Prüfung hinter sich hat. Wenn Du umgekehrt jemandem den Einstieg schenken möchtest: Ein Jagdscheinkurs ist das größte Geschenk, das man einem angehenden Jäger machen kann.
Ruf vorher an, bevor Du etwas zusagst. Die Kurse haben feste Termine, und der Prüfungstermin in Bayern steht zwei Jahre im Voraus fest – das muss zum Kalender des Beschenkten passen. Wir klären das in fünf Minuten am Telefon.
Kurs als Geschenk anfragen 0711 652 259 67
Wer schon weiß, dass es kein Kurs werden soll: Allgemeine Ideen für Jäger stehen unter Geschenke für Jäger – unsere Top 7 und Geschenkideen für Jäger.
Häufige Fragen
Mit „Waidmannsheil“. Der frisch gebackene Jungjäger antwortet darauf mit „Waidmannsdank“. Die Faustregel: Als bloßer Gruß unter Jägern wird „Waidmannsheil“ mit „Waidmannsheil“ erwidert – als Glückwunsch oder als Wunsch für die Zukunft dagegen mit „Waidmannsdank“. Ein Glückwunsch zur Prüfung ist der zweite Fall.
Am besten etwas aus dem ersten Jahr: die Jagdhaftpflicht, eine Ausweismappe für die drei neuen Dokumente, Signalkleidung für die erste Drückjagd oder einen Gutschein für den Schießstand. Messer, Fernglas und Kleidung hat fast jeder während der Ausbildung schon gekauft.
Eine Urkunde, die die bestandene Jägerprüfung festhält – oft aufwendig gestaltet und zum Aufhängen gedacht. Sie ist kein amtliches Dokument; der Jagdschein ist das. Viele Jagdverbände überreichen den Jägerbrief beim Jägerschlag, der traditionellen Aufnahme in die Jägerschaft.
Nein. Waffen und Munition dürfen nur an Berechtigte überlassen werden, und der Erwerb ist erlaubnispflichtig. Ein frisch gebackener Jungjäger hat den Jagdschein, aber meist noch keine Waffenbesitzkarte und noch keinen zugelassenen Waffenschrank – er dürfte das Geschenk also gar nicht annehmen. Schenke einen Gutschein beim Büchsenmacher.
Die Jagdhaftpflichtversicherung – ohne Versicherungsnachweis stellt die Behörde den Jagdschein nicht aus. Danach kommt die Waffenbesitzkarte, und für die wiederum ein Sicherheitsbehältnis. Das sind die drei Dinge, die zwischen der bestandenen Prüfung und der ersten eigenen Jagd stehen.
Ebenfalls mit „Waidmannsheil“, die Antwort ist „Waidmannsdank“. Bei der Gesellschaftsjagd gehört traditionell ein Bruch dazu – ein Zweig, der dem Schützen überreicht wird. Wer kein Jäger ist, liegt mit einem schlichten Glückwunsch aber nie falsch.
Ja, und für jemanden, der den Jagdschein noch nicht hat, ist das das größere Geschenk. Ruf vorher an: Die Kurse haben feste Termine und die Prüfung in Bayern steht zwei Jahre im Voraus fest – das will zum Kalender des Beschenkten passen.