Zum Inhalt springen
ISO 9001 zertifizierte Jagdschule Montag bis Samstag, 8:00 – 20:00 Uhr 0711 652 259 67 info@jagdschule-abt.de

Verhalten und Ausrüstung

Warmer Ansitz bei Eis und Kälte

Die häufigste Ursache für einen abgebrochenen Winteransitz ist nicht die Kälte. Es ist der Schweiß vom Weg zur Kanzel.

Stand: zuerst veröffentlicht am

Kanzel am Rand eines verschneiten Nadelwaldes

Der Fehler, den fast alle machen

Die meisten Jäger ziehen sich zu Hause vollständig an, marschieren zur Kanzel – manchmal noch die letzten hundert Meter im Pirschschritt – und wundern sich, warum sie nach einer Stunde frieren.

Der Grund: Auf dem Weg wird geschwitzt. Die Feuchtigkeit bleibt in der Kleidung, und sobald man ruhig sitzt, kühlt sie den Körper aktiv aus. Keine Jacke der Welt kann das ausgleichen.

Besser so

Leichter losgehen als nötig – die Jacke im Rucksack oder über dem Arm. Oben angekommen zehn Minuten sitzen bleiben und die Feuchtigkeit ausdampfen lassen. Erst dann die äußerste Schicht anziehen und sich einpacken. Das ist der wirksamste einzelne Tipp für den Winteransitz – und er kostet nichts.

Hölzerner Hochsitz mit Leiter in einem kahlen Wald, Schnee auf dem Boden
Oben steht man still. Wer erst auf dem Sitz merkt, dass die Schuhe zu dünn sind, hat den Abend schon verloren.

Hände und Füße zuerst

Beide sind am weitesten vom Herzen entfernt und kühlen zuerst aus. Deshalb lohnt hier die Investition am meisten.

Stiefel

Bei Winterstiefeln gilt: Wer billig kauft, kauft zweimal. Die Temperaturangaben auf der Verpackung sind oft großzügig gerechnet – ein Stiefel, der mit „bis −30 °C“ beworben wird, kann bei leichtem Frost schon an seine Grenze kommen.

Probier die Stiefel im Laden mit Wintersocken und Isoliersohle an und kauf sie eine halbe bis eine Nummer größer. Ein zu enger Schuh drückt auf die Durchblutung; dann friert der Fuß trotz Daunenfutter. Wer mit herkömmlichen Mitteln nicht zurechtkommt, für den sind beheizte Sohlen eine ernsthafte Option.

Handschuhe

Hier gibt es keine einzige richtige Lösung, weil sich zwei Anforderungen widersprechen: Wärme und Fingerfertigkeit. Drei Wege funktionieren:

  • Muff plus dünne Handschuhe. Während des Wartens sind die Hände im Muff, zum Schuss kommen sie heraus. Sehr warm, sehr bewährt.
  • Klapp-Fäustlinge. Die Fingerkappe lässt sich zurückschlagen; darunter liegen die Finger frei oder in einem dünnen Handschuh.
  • Zwei Lagen. Dünne Handschuhe unter dicken Fäustlingen – zum Schuss kommen nur die Fäustlinge weg.

Was nicht funktioniert: dicke Fingerhandschuhe. Jeder Finger steht einzeln in der Kälte und kühlt entsprechend schnell aus.

Wärmekissen im Vergleich

Arten von Wärmekissen
ArtFunktionHaken
Einweg-Wärmekissen Reagiert mit Luftsauerstoff, gibt über Stunden gleichmäßig Wärme ab. Nicht wiederverwendbar – Müll nach jedem Ansitz.
Knickkissen Ein Metallplättchen löst die Kristallisation aus, das Kissen wird sofort warm. Kürzere Wärmedauer; Regeneration im kochenden Wasser nötig.
Akkubetriebene Heizung Weste, Sohlen oder Heizgürtel, Wärme regelbar. Hält nur so lange wie der Akku – Ersatz mitnehmen.

Und der Herbst?

Der Herbst ist die Hauptjagdsaison – Erntejagden, Drückjagden, Entenjagd. Hier geht es weniger um Kälte als um Sicherheit: viele Beteiligte, flüchtiges Wild, schlechte Sicht. Was dabei zählt, steht in den Beiträgen Drückjagd und Sicherheit als oberstes Gebot.

Welche Kleidung im Einzelnen taugt, steht im Beitrag Ansitz im Winter.

Häufige Fragen

Weiterlesen

Rund ums Jahr

Top 7: Geschenke für Jäger

Sieben Geschenke für Jäger, die wirklich benutzt werden – vom Waffenpflegeset bis zur Ausweismappe. Mit ehrlicher…

Rund ums Jahr

Wild zu Weihnachten

Warum Wildbret zu den ehrlichsten Lebensmitteln gehört, worauf man beim Kauf achtet und warum man beim Metzger…

Alle Beiträge ansehen

Herbst ist Hauptsaison

Wer im Herbst den Jagdschein hat, jagt ein halbes Jahr früher. Sieh Dir die Kurstermine an.

Anfrage Anrufen: 0711 652 259 67