Trap, Skeet, Parcours, Kipphase
Die Disziplinen beim Wurfscheibenschießen
Alle schießen mit der Flinte auf Scheiben. Sie unterscheiden sich darin, woher die Scheibe kommt – und genau daran hängt, was sie für die Jagd taugen.
Jagdparcours – der jagdnächste Stand
Auf dem Jagdparcours wechseln Wurfrichtung, Höhe und Geschwindigkeit von Stand zu Stand. Jede Bahn bildet eine jagdliche Situation nach: den überstreichenden Hasen, die auffliegende Ente. Geschossen wird aus dem Tiefanschlag – die Flinte kommt erst hoch, wenn das Ziel da ist. Auf der Jagd steht niemand im Voranschlag und wartet auf ein Kommando.
Unsere Kurse schießen auf dem Jagdparcours Amerdingen in Bayern. Was dort im Einzelnen auf dem Programm steht, zeigt die jagdliche Schießausbildung.
Trap – die Scheibe fliegt weg
Beim Trap stehen fünf Schützen nebeneinander, davor liegt ein Bunker mit Wurfmaschinen. Die Scheiben fliegen vom Schützen weg, in wechselnde Winkel und Höhen. Eine Serie umfasst 25 Scheiben, zwei Patronen je Scheibe sind erlaubt, die Flinte liegt im Voranschlag an der Schulter. Trap ist eine olympische Disziplin – der ganze Ablauf steht unter Trap schießen.
Skeet – die Scheibe kreuzt
Beim Skeet fliegen die Scheiben quer vor dem Schützen vorbei, aus zwei Häusern, zwischen denen sich die Stände im Halbkreis anordnen. Weil die Scheibe seitlich läuft statt wegzufliegen, verlangt sie ein anderes Vorhaltebild als Trap.
Rollhase – die Scheibe rollt über den Rasen
Der Rollhase ist eine kleine Wurfscheibe, die über den Rasen rollt und damit einen flüchtigen Hasen nachstellt. Im jagdlichen Schießen quert er das Sichtfeld typischerweise in 25 Metern vor dem Schützenstand; mehrere Bundesländer schreiben für die Jägerprüfung auf diese Entfernung eine Schneisenbreite von 12,5 Metern vor – Rheinland-Pfalz zum Beispiel. Auf dem sportlichen Jagdparcours ist das freier geregelt: Dort steht der Rollhase je nach Bahn zwischen 15 und 40 Metern. Auch ihn regelt die DJV-Schießvorschrift nicht im Einzelnen – die Entfernung hängt vom Stand und vom Bundesland ab.
Kipphase – Blech statt Scheibe
Die Kipphase ist die Ausnahme in dieser Liste: keine Wurfscheibe, sondern ein Blechziel aus drei bis vier Teilen, das von links oder rechts durch eine Schneise läuft. Beschossen wird es auf 35 Meter. Ein Treffer zählt, wenn mindestens eines der Bleche kippt – daher der Name.
Bei den Patronen ist die DJV-Schießvorschrift genau: Die Schrotladung darf 36 Gramm, der Schrotdurchmesser 2,5 Millimeter und die Hülsenlänge 70 Millimeter nicht überschreiten. Bei Meisterschaften sind es 24 Gramm. Vernickelte Schrote sind nicht erlaubt.
Maße und Ablauf der Kipphase regelt die Schießvorschrift nicht – sie führt Trap und Skeet im Einzelnen auf und nennt Kipphase und Rollhase nur als bewegliche Ziele für die Jahresschießnadel. Was auf Deinem Stand gilt, sagt die Standaufsicht. Quelle: DJV-Schießvorschrift, Fassung ab 1. April 2024, Nr. 4.1 und 8.3.
In der Jägerprüfung in Baden-Württemberg gehören zehn in gleicher Richtung laufende Kipphasen zum Flintenschießen. In Bayern, wo unsere Teilnehmer prüfen, ist sie nicht Teil der Prüfung – geübt wird sie trotzdem, weil sie auf der Niederwildjagd jederzeit vorkommt.
Was davon die Jägerprüfung verlangt
Die Schießprüfung selbst besteht in Bayern aus vier Schuss auf die Rehbockscheibe – der Ablauf steht unter Schießprüfung Bayern. Die Disziplinen oben brauchst Du nicht für die Prüfung, sondern für die Zulassung dazu. Für die Flinte verlangt das Landesamt vorab diesen Nachweis:
Welche Disziplin Du für die 250 Scheiben schießt, ist nicht vorgeschrieben. Wer die Wahl hat, nimmt den Parcours: Er trainiert genau die Situationen, die auf der Jagd vorkommen.
Mit der Büchse und der Kurzwaffe sind weitere Nachweise zu erbringen – sie haben mit Wurfscheiben nichts zu tun. Worum es dort geht, steht unter Büchsendisziplinen; vollständig stehen alle vier unter Jägerprüfung Bayern.
- Flintenschießen: mindestens 250 Scheiben, davon mindestens drei Treffer innerhalb einer Zehnerserie
Häufige Fragen
Die bekanntesten sind Trap, Skeet und der Jagdparcours. Dazu kommen bodennahe Ziele: der Rollhase, eine über den Rasen rollende Scheibe, und die Kipphase, ein Blechziel. Sie unterscheiden sich darin, aus welcher Richtung das Ziel kommt und wie es sich bewegt.
Der Jagdparcours. Dort wechseln Wurfrichtung, Höhe und Geschwindigkeit von Stand zu Stand, und es wird aus dem Tiefanschlag geschossen – so wie auf der Jagd.
Nein. In Bayern besteht die Schießprüfung aus vier Schuss auf die Rehbockscheibe. Für die Zulassung ist ein Flintennachweis über 250 Scheiben zu erbringen – welche Disziplin dabei geschossen wird, ist nicht vorgeschrieben.
Nur der Name. Tontaube ist der ältere Begriff aus einer Zeit, in der lebende Tauben freigelassen wurden. Geschossen wird heute auf Scheiben aus biologisch abbaubarem Material.