Prädatorenbejagung
Krähenjagd ist sinnvoll
Rabenkrähen gehören zu den klügsten Tieren, die wir bejagen. Wer sie unterschätzt, sitzt einen ganzen Tag vergeblich im Tarnschirm.
Ein unterschätzter Gegner
Rabenkrähen gehören zu den intelligentesten Vögeln überhaupt. Sie beobachten, merken sich Abläufe und ziehen Schlüsse daraus. Wer einmal aus einem bestimmten Fahrzeug geschossen hat, kann dieses Fahrzeug an derselben Stelle danach zum Spazierenfahren nutzen – Krähen fallen dort nicht mehr ein.
Warum die Bejagung Sinn ergibt
Krähen sind geschickte Nesträuber. Gelege von Bodenbrütern, junge Hasen und Kaninchen, Nestlinge von Singvögeln – all das gehört zu ihrem Beutespektrum. In Revieren, in denen Niederwild gefördert werden soll, ist die Bejagung der Prädatoren deshalb Teil des Hegekonzepts und kein Selbstzweck.
Das heißt nicht, dass die Krähe ein Schädling wäre. Sie erfüllt ihre Rolle im Ökosystem. Wo aber Lebensräume ohnehin knapp sind und Bodenbrüter unter Druck stehen, kann die Reduktion des Prädationsdrucks den Unterschied machen.
Vorher die Rechtslage klären
In Bayern gilt für Eichelhäher, Elstern sowie Raben- und Nebelkrähen eine Jagdzeit vom 16.07. – 14.03.. Andere Bundesländer regeln das abweichend – teils über die Jagdzeitenverordnung, teils über artenschutzrechtliche Ausnahmeregelungen. Was im Nachbarland erlaubt ist, kann hier unzulässig sein. Die vollständige Tabelle steht unter Jagdzeiten in Bayern, Auskunft für Einzelfälle gibt die untere Jagdbehörde.
Die Vorbereitung entscheidet
- Fahrzeug weit weg abstellen. Einige hundert Meter, und zwar so, dass es von der Jagdfläche nicht einzusehen ist. Krähen verbinden Auto und Mensch schneller, als einem lieb ist.
- Tarnung ernst nehmen. Dreidimensionale Tarnkleidung und ein Tarnschirm sind in offener Feldlage kein Luxus. Auch das Gesicht gehört abgedeckt – ein helles Oval, das sich bewegt, sehen Krähen aus großer Entfernung.
- Lockbild aufbauen. Lockkrähen, gern ergänzt um einen Uhu-Dummy, bringen Krähen in Schrotentfernung. Die Anordnung sollte natürlich wirken – zu ordentlich gestellte Attrappen wirken auf Krähen falsch.
- Ruhig sitzen. Der häufigste Fehler ist Bewegung zum falschen Zeitpunkt. Wer beim Anflug die Flinte hebt, statt sie schon in Position zu haben, schießt hinterher.
Nach dem ersten Schuss
Der erste Schuss ist meist der einzige gute. Danach ist die Fläche für diesen Tag oft verbrannt – und manchmal für länger. Deshalb lohnt es sich, die Stelle zu wechseln, statt an derselben Kante sitzen zu bleiben.
Und es lohnt sich, den Anspruch hochzuhalten: sauber ansprechen, sicher schießen, geschossene Krähen einsammeln. Prädatorenbejagung wird in der Öffentlichkeit kritisch gesehen. Wer sie betreibt, sollte sie so betreiben, dass er sie erklären kann.
Häufige Fragen
Sie plündern Gelege und erbeuten Jungtiere von Bodenbrütern, Hasen und Kaninchen. Wo Niederwild gefördert werden soll, gehört die Prädatorenbejagung zum Hegekonzept.
Das regeln die Bundesländer unterschiedlich. In Bayern gilt für Eichelhäher, Elstern sowie Raben- und Nebelkrähen eine Jagdzeit vom 16. Juli bis 14. März. In anderen Ländern gelten andere Zeiten oder artenschutzrechtliche Ausnahmeregelungen – kläre es vorher mit der unteren Jagdbehörde.
Krähen merken sich Fahrzeuge, aus denen einmal geschossen wurde, und meiden die Fläche. Ein paar hundert Meter Abstand und ein unauffälliger Abstellplatz sind keine Übertreibung.
In offener Feldlage ja. Krähen sehen hervorragend und misstrauen jeder ungewohnten Form. Tarnkleidung allein reicht selten aus.