Ansitz über 30 Grad
Wertvolle Tipps für die Jagd bei Hitze
Im Hochsommer wird aus dem Ansitz eine Geduldsprobe. Ein paar Dinge machen den Unterschied – und beim Wildbret zählen Minuten.
Die Tageszeit wählen
Nach der Mittagssonne hat sich der Boden aufgeheizt; steht dann noch die Luft, wird der Nachmittag zur Qual. Und er lohnt sich selten: Das Wild bleibt bei dieser Hitze im Schatten. Verleg den Ansitz auf den frühen Morgen oder den Abend – dann wird es erträglich und erfolgreicher zugleich.
Wasser in der Nähe
Ein Ansitz an einem Bach oder Tümpel ist spürbar kühler als einer mitten im Feld. Liegt kein Wasser in der Nähe, hilft ein einfacher Trick: vor dem Aufbaumen eine Wanne oder einen Eimer mit kaltem Wasser aufstellen. Die Verdunstung senkt die gefühlte Temperatur merklich.
Trinken
Zwei bis drei Liter am Tag sind die Grundlage, bei Hitze und Sonneneinstrahlung mehr. Alkohol ist ein schlechter Durstlöscher: Er weitet die ohnehin geweiteten Gefäße zusätzlich und belastet den Kreislauf. Beim Umgang mit der Schusswaffe hat er ohnehin nichts verloren – das ist keine Empfehlung, sondern geltendes Recht.
Kleidung
Kurz ist luftiger, hat aber zwei Nachteile: Zecken im hohen Gras und helle Haut, die in der Dämmerung weithin auffällt. Wer bis in die Dunkelheit sitzt, fährt mit langer Kleidung besser – auch weil die Temperatur nach Sonnenuntergang schnell fällt.
Bei den Materialien haben sich Leinen, Wolle und Loden bewährt: Sie transportieren Wärme und Schweiß gut ab und sind dabei leise. Moderne Funktionsstoffe können das ebenfalls – aber viele rascheln bei jeder Bewegung, und das ist im Ansitz das größere Problem.
Der Hund
Niemals im Auto
Ein geparktes Fahrzeug wird im Sommer binnen Minuten zur Falle – auch im Schatten, auch mit gekipptem Fenster. Über 40 Grad im Innenraum sind keine Ausnahme. Entweder der Hund kommt mit zum Ansitz und liegt dort im Schatten, oder er bleibt zu Hause. Eine dritte Möglichkeit gibt es nicht.
Bleibt die Jagd erfolglos, ist die Zeit für Hundearbeit am Wasser gut angelegt. Die meisten Jagdhunde danken es im Hochsommer mehr als jede Schleppe auf dem Stoppelacker.
Nach dem Schuss zählt jede Minute
Der wichtigste Punkt kommt zum Schluss. Bei hohen Temperaturen muss das erlegte Stück sofort aufgebrochen und geborgen werden. Sonst verhitzt das Wildbret – eine Fehlreifung, die das Fleisch ungenießbar macht.
Dazu kommen die Fliegen. Sie finden das Stück in Minuten und legen ihre Eier ab. Ein Fliegennetz wiegt nichts und gehört im Sommer in jeden Rucksack.
Und deshalb gilt im Sommer besonders: Schieß nur, was Du sicher triffst. Eine lange Nachsuche bei 30 Grad kostet nicht nur Nerven – sie kostet in vielen Fällen auch das Wildbret.
Auf sich selbst achten
Arbeiten, die im Frühjahr leichtfallen, werden bei Hitze anstrengend. Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit sind die ersten Anzeichen. Wer sie bemerkt, geht in den Schatten, setzt sich hin und trinkt. Klingen die Beschwerden nach einer Pause nicht ab, wird Hilfe gerufen – allein auf einer Kanzel ist der falsche Ort, um sich zu überschätzen.
Für die andere Jahreszeit gibt es das Gegenstück: Ansitz im Winter.
Häufige Fragen
Früh am Morgen oder am Abend. Am Nachmittag hat sich der Boden aufgeheizt und die Hitze steht – das Wild zieht dann ohnehin kaum.
Zwei bis drei Liter am Tag als Grundlage, bei Hitze und Sonne mehr. Alkohol ist kein Durstlöscher – und beim Umgang mit der Waffe ohnehin tabu.
Nein. Auch im Schatten steigt die Temperatur im Fahrzeug schnell über 40 Grad. Entweder der Hund kommt mit zum Ansitz in den Schatten, oder er bleibt zu Hause.
So schnell wie möglich. Bei Hitze verhitzt das Wildbret, und Fliegen legen innerhalb weniger Minuten ihre Eier ab. Ein Fliegennetz gehört im Sommer in jeden Rucksack.
