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Schafe
17.09.2018

Herdenschutz: Schäfer fordern Erlaubnis für den Einsatz von Schusswaffen

Europaweit gibt es eine deutliche Zunahme an Wölfen. Diese Entwicklung bereitet nicht nur den Bürgern Sorgen, sondern auch den Nutztierhaltern. Deutsche Schäfer fordern jetzt zum Schutz ihrer Schafsherden den legalen Einsatz von Schusswaffen.

Seit über 150 Jahren galt der Wolf in Deutschland als ausgestorben. Seit dem Jahr 2000 gibt es wieder mehrere natürlich angesiedelte Wolfsrudel. Diese Rudel sind mittlerweile so groß, dass sich Nutztierhalter um die Sicherheit ihrer Tiere Sorgen machen. Der Förderverein der Deutschen Schafhaltung hat sich daher in einer Debatte über Herdenschutz klar positioniert: Schäfer sollen sich mit Schusswaffen ausstatten dürfen, um ihre Herden vor Wölfen zu schützen.

Im Landkreis Harburg hat Wendelin Schmücker, der Vorsitzende des Vereins, bereits eine Erlaubnis beantragt, dass Schäfer eine Waffe tragen und diese auch gegen Wölfe einsetzen dürfen. Seinen Worten nach ist dies die einzige Möglichkeit seinen Betrieb zu retten. Er ist zudem überzeugt, dass der Wolf durch den Einsatz von Schusswaffen mit Schreckschussmunition oder Gummigeschossen schnell versteht, dass Schafe unter dem Schutz der Menschen stehen und kurzerhand die Jagd nach den Nutztieren einstellt. Er macht zudem klar, dass die Waffen in erster Linie zur Abschreckung der Raubtiere eingesetzt, in letzter Konsequenz allerdings auch zum Erlegen des Wolfes genutzt werden sollten.

Nicht nur Nutztierrisse, auch Trauma sind ein Problem

Ein Wolfsangriff hat deutlich mehr Auswirkungen als man vielleicht zuerst vermuten würde. Abgesehen von Nutztierrissen beklagen die Schäfer vor allem die Folgeeffekte, die ein Wolfsangriff nach sich ziehen kann. Viele Schafe sind nach einem solchen Angriff regelrecht traumatisiert, setzen weniger Lämmer und haben weniger Appetit.

Dass die Forderungen nicht auf taube Ohren gestoßen sind, machte der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies bereits klar. Man verstehe die Sorgen und Nöte der Schäfer und arbeitet mit Hochdruck an einer zufriedenstellenden Lösung des Problems, in welcher Form auch immer das passieren wird.

Selbstjustiz ist allerdings keine Option betont der Minister. Illegale Wolfsabschüsse sind eine Straftat und ziehen ernsthafte Konsequenzen nach sich. Dies kann eine Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren sein.

Übrigens: Wölfe sind sehr menschenscheue Tiere – sofern sie nicht von Tollwut befallen sind. Daher gibt es an sich keinen Grund die „Wolfsplage“, die von den Medien oftmals unnötig dramatisiert wird, einzudämmen.

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