Jagd in der Übergangszeit
Entenjagd: So kommst Du zum Jagderfolg
Die Entenjagd stellt andere Anforderungen als der Ansitz. Wer sie unvorbereitet angeht, kommt mit leerem Rucksack und schlechtem Gewissen zurück.
Zuerst: schießen üben
Vor Bewegungsjagden trainieren die meisten Jäger im Schießkino. Vor der Entenjagd unterbleibt das oft – obwohl der Flintenschuss auf eine einfallende Ente mindestens so anspruchsvoll ist. Ein paar Serien auf dem Skeet-Stand oder im Parcours holen das Gefühl zurück.
Das ist keine Nebensache. Schlecht getroffene Enten fallen ins Schilf oder aufs Wasser und sind ohne Hund praktisch verloren. Wer die Flinte nicht sicher führt, sollte an diesem Abend nicht auf Enten gehen.
Das Gewässer aussuchen
Enten halten sich an Teichen, Tümpeln, Bächen und Seen auf. Beobachte die Umgebung an mehreren Abenden, bevor Du jagst: Wo fallen die Enten ein? Wo stehen sie tagsüber?
Wähle ein Gewässer, das nicht zu groß ist. Setzen sich die Enten in der Mitte eines weiten Sees ab, sind sie außer Schrotreichweite – und ein Schuss auf zu weite Entfernung ist genau das, was zu krankgeschossenem Wild führt.
Vorsicht beim Anlocken mit Futter
Ältere Ratgeber empfehlen, Enten mit Getreide, Mais oder Erbsen anzukirren. Ob das zulässig ist, regeln die Länder unterschiedlich – in mehreren Bundesländern ist die Kirrung auf bestimmte Wildarten beschränkt und für Wasserfederwild nicht erlaubt. Kläre das mit der unteren Jagdbehörde, bevor Du Futter ausbringst.
Waffe und Munition
Für die Waffenwahl gibt es keine besonderen Vorschriften – die Flinte aus der eigenen Waffenbesitzkarte genügt. Bei der Munition sind zwei Dinge wichtig:
- Bleifrei ist Pflicht. Bleihaltige Schrote sind an und über Gewässern verboten – in Bayern für die Jagd auf Wasserfederwild, in Baden-Württemberg für die Jagd überhaupt. Die Fundstellen stehen im Ländervergleich auf Jagdzeiten von Wild. Blei reichert sich im Gewässer an und wird von Wasservögeln mit den Magensteinen aufgenommen.
- Bleifrei schießt anders. Stahlschrot hat eine geringere Dichte und damit weniger Energie je Korn. Teste Deine Laborierung an der Schusswand, bevor Du sie im Revier verwendest.
- Kunststoffhülsen sind unempfindlicher gegen Feuchtigkeit als Papphülsen – am Wasser ein realer Vorteil.
Ausrüstung
Lockenten – auch Decoys genannt – werden in Schrotreichweite ausgelegt und holen vorbeiziehende Enten herunter. Akustische Locker ergänzen das, wo sie zulässig sind.
Tarnung entscheidet über den Rest. Enten sehen ausgezeichnet. Verschanze Dich im oder am Schilf, hinter Gräsern oder hinter einem Tarnschirm, wenn die Deckung nicht reicht.
Eine Lampe gehört in jeden Rucksack. Die Entenjagd endet in der Dämmerung, das Bergen findet im Dunkeln statt.
Ohne Hund geht es nicht
Das ist keine Stilfrage. Eine Ente, die im Schilf niedergeht, findest Du allein nicht. Ein brauchbarer, auf Wasserarbeit geprüfter Hund ist bei der Entenjagd Voraussetzung – und zugleich der beste Teil des Abends.
Wie ein Jagdhund dafür ausgebildet wird, steht auf unserer Seite Jagdhund ausbilden lassen.
Häufige Fragen
Bleifreie Schrote. In Feuchtgebieten ist Bleischrot verboten. Bleifreie Schrote haben eine geringere Dichte und damit ein anderes Deckungsbild – teste die Laborierung vorher an der Schusswand.
Das ist Landesrecht und in mehreren Bundesländern nicht erlaubt. Kläre die Regeln zu Kirrung und Fütterung vorher mit der unteren Jagdbehörde, bevor Du Futter ausbringst.
Praktisch ja. Eine im Schilf oder auf dem Wasser verendete Ente findest Du ohne brauchbaren Hund oft nicht – und unaufgefundenes Wild ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Verstoß gegen die Weidgerechtigkeit.
Wie vor der Bewegungsjagd: üben. Ein paar Serien auf dem Skeet- oder Parcoursstand bringen das Flintengefühl zurück. Das ist die wirksamste Maßnahme gegen krankgeschossene Enten.