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Starker Keiler wechselt durch einen herbstlichen Buchenwald

Meldung von 2018

Dänemark: Zaun gegen die Afrikanische Schweinepest

Vier Milliarden Euro Schweineexport im Jahr – Dänemark wollte kein Risiko eingehen. Ob ein Zaun das richtige Mittel ist, war von Anfang an umstritten.

überarbeitet am

Stand dieses Beitrags: 2. Juli 2018

Diese Meldung stammt aus dem Jahr ihrer Veröffentlichung und beschreibt den damaligen Stand. Das Seuchengeschehen hat sich seitdem verändert. Den heutigen Stand zu betroffenen Gebieten und geltenden Auflagen nennen das Friedrich-Loeffler-Institut und die Veterinärbehörde Deines Landkreises. Die Krankheit selbst ist im Beitrag Afrikanische Schweinepest – Infos für Jäger beschrieben.

Das Vorhaben

2018 beschloss das dänische Parlament einen 70 Kilometer langen und 1,5 Meter hohen Zaun entlang der deutsch-dänischen Grenze. Kosten: mehr als zehn Millionen Euro. Er sollte verhindern, dass infizierte Wildschweine aus Deutschland nach Dänemark wechseln – zu einem Zeitpunkt, als Deutschland selbst noch nicht betroffen war.

Warum so viel Aufwand

Der Schweineexport ist eine tragende Säule der dänischen Wirtschaft: 2016 exportierten dänische Landwirte Schweine im Wert von rund vier Milliarden Euro. Ein einziger ASP-Fall im Land hätte gereicht, um Drittlandsmärkte zu schließen. Gemessen daran sind zehn Millionen Euro eine Versicherungsprämie.

Die Kritik

Der Mensch ist schneller als das Wildschwein

Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit wies schon damals darauf hin, dass die Verbreitung durch den Menschen die größere Rolle spielt: kontaminierte Lebensmittel, unzureichend desinfizierte Viehtransporter, weggeworfene Reste an Raststätten. Gegen diese Wege hilft kein Zaun.

Die Sprünge der Seuche über hunderte Kilometer – nach Belgien, nach Tschechien, später nach Italien – haben diese Einschätzung bestätigt. Sie folgten keiner Wanderbewegung von Wildschweinen, sondern Verkehrswegen.

Was bleibt

Zäune können lokal wirken, etwa um ein Ausbruchsgebiet herum. Als alleinige Strategie greifen sie zu kurz. Die wirksamsten Maßnahmen liegen bei den Menschen, die sich im Revier und auf der Straße bewegen – und damit auch bei den Jägern.

Dass die Seuche Deutschland zwei Jahre später erreichte, steht im Beitrag ASP in Deutschland angekommen.

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