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Kleidung

Ansitz im Winter: Mit diesen Tipps bleibst Du warm

Die klirrende Kälte macht auch gestandenen Jägern den Ansitz zur Qual. Meistens liegt es nicht an der Temperatur, sondern an der falschen ersten Schicht.

Stand: zuerst veröffentlicht am

Kurzhaariger Vorstehhund steht aufmerksam in einem verschneiten Feld

Das Zwiebelprinzip – und warum es funktioniert

Ob Jäger, Skifahrer oder Bergsteiger: Alle setzen auf viele dünne Schichten statt auf wenige dicke. Der Grund sind die Luftpolster zwischen den Lagen – sie isolieren besser als das Material selbst.

Es gibt allerdings eine Obergrenze. Zu viele Schichten behindern die Bewegung und blockieren den Feuchtigkeitstransport nach außen. Vier gut gewählte Lagen schlagen sieben schlecht gewählte.

Jägerin mit Fernglas und Büchse steht im verschneiten Nadelwald
Warm anziehen heißt nicht dick anziehen: mehrere dünne Lagen halten besser als eine dicke.

Die vier Schichten

Aufbau der Winterbekleidung beim Ansitz
SchichtAufgabe
1 – direkt auf der Haut Feuchtigkeit abtransportieren. Funktionswäsche oder Wolle. Keine Baumwolle – sie speichert Schweiß und kühlt aus.
2 – isolierend Wärme halten, ohne den Transport zu stoppen. Ein Schafwollanteil ist hier ideal.
3 – wärmend Fleecehemd oder Wollpullover. Gibt die Feuchtigkeit weiter nach außen.
4 – Wetterschutz Gegen Wind, Schnee und Nässe. Hoher Kragen, über das Gesäß reichend.

Der Punkt mit der Jackenlänge wird oft übersehen: Eine Jacke, die übers Gesäß reicht, ist eine zusätzliche Schicht zwischen Dir und dem kalten Kanzelbrett – und hält den Schnee von der Hose fern.

Kopf, Hals, Füße, Hände

An diesen vier Stellen wird der Ansitz gewonnen oder verloren.

  • Kopf. Beim Ansitz meist die einzige unbedeckte Fläche – und damit die, über die am meisten Wärme abgeht. Eine Fellmütze in Tschapka-Form deckt zusätzlich die Ohren ab.
  • Hals. Ein Schal oder Halstuch schließt die Lücke zwischen Jacke und Mütze, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken.
  • Füße. Feste Stiefel mit isolierendem Innenfutter und wasserdichtem Außenmaterial. Kauf sie eine halbe bis eine Nummer größer, damit dicke Socken hineinpassen. Ein enger Schuh drückt auf die Durchblutung – dann friert der Fuß trotz bester Isolierung.
  • Hände. Dünne Handschuhe unter dicken Fäustlingen. Zum Schuss kommen nur die Fäustlinge weg, und die Finger berühren nie das eiskalte Metall des Abzugs.

Hilfsmittel und ihre Grenzen

Chemische Handwärmer sind praktisch, geben ihre Wärme aber nur begrenzt lange ab – für einen langen Ansitz braucht es mehrere. Beheizbare Kleidung und beheizte Sohlen funktionieren gut, solange der Akku hält; danach kühlt man schnell aus. Ersatzakkus gehören dazu, wenn man sich darauf verlässt.

Trinken nicht vergessen

Wer zu wenig trinkt, dessen Blut zirkuliert schlechter – und damit auch die Wärme. Eine Thermoskanne mit einem warmen, aber nicht heißen Getränk ist die richtige Wahl. Alkohol ist es nicht. Er weitet die Gefäße, das fühlt sich kurz wärmer an und beschleunigt tatsächlich das Auskühlen. Beim Umgang mit der Waffe ist er ohnehin tabu.

Wie man sich verhält, damit die Kleidung überhaupt eine Chance hat – Stichwort Schwitzen auf dem Weg zur Kanzel – steht im Beitrag Tipps für die Jagd im Herbst und Winter. Und was die Kälte mit der Waffe macht, steht unter Waffenpflege im Winter.

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