Für Menschen ungefährlich, für Schweine tödlich
Afrikanische Schweinepest (ASP)
Was die Seuche ausmacht, wie sie sich verbreitet – und woran Jäger mitwirken können.
Zur aktuellen Lage
Der Ausbruchsstand ändert sich laufend. Verbindliche und tagesaktuelle Informationen zu betroffenen Gebieten, Restriktionszonen und geltenden Auflagen geben das Friedrich-Loeffler-Institut und die zuständige Veterinärbehörde Deines Landkreises. Die Angaben auf dieser Seite beschreiben die Krankheit selbst und die dauerhaft gültigen Vorsichtsmaßnahmen.
Was die ASP ist
Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende, fieberhafte Virusinfektion. Für Menschen ist sie ungefährlich, für Haus- und Wildschweine endet sie dagegen fast immer tödlich.
Symptome und Verlauf sind von der Klassischen Schweinepest kaum zu unterscheiden – die Erreger sind allerdings nicht miteinander verwandt. Betroffene Tiere zeigen hohes Fieber, allgemeine Schwäche und Atemprobleme; dazu kommen Rötungen und Verfärbungen der Haut sowie eine vergrößerte Milz.
Woher sie kommt
Ihren Ursprung hat die Seuche 1921 in Kenia; von dort breitete sie sich südlich der Sahara aus. Nach Europa gelangte sie unter anderem über Speisereste, die an Tankstellen und Raststätten zurückblieben und von Wildschweinen aufgenommen wurden. Auf Sardinien ist sie seit 1978 etabliert und konnte dort nie vollständig getilgt werden – einen Impfstoff gibt es bis heute nicht.
In der EU verbreitete sie sich ab 2014 zunächst in den östlichen Mitgliedstaaten. Seither hat sich die Lage mehrfach verändert; die aktuellen Restriktionsgebiete veröffentlichen die zuständigen Behörden.
Warum das wirtschaftlich zählt
Ein Ausbruch hat Folgen weit über das einzelne Revier hinaus: Handelsbeschränkungen, Sperrzonen, Auflagen für die Jagd und erhebliche Verluste in der Schweinehaltung. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft warnt deshalb ausdrücklich vor den Folgen.
Was Jäger beitragen können
- Bei Jagdreisen in betroffene Länder die Jagdausrüstung gründlich desinfizieren – Kleidung, Schuhwerk, Messer und Fahrzeug.
- Kein Fleisch und keine Trophäen aus betroffenen Revieren mitbringen. Das Virus überdauert in Fleischerzeugnissen monatelang.
- Die Schwarzwildbestände reduzieren. Je geringer die Dichte, desto langsamer breitet sich die Seuche aus.
- Fallwild melden. Tot aufgefundene Wildschweine sind der wichtigste Frühindikator – melde sie der zuständigen Veterinärbehörde.
- Keine Speisereste in der Landschaft zurücklassen – das gilt für alle, nicht nur für Jäger.
In der Ausbildung
Wildseuchen und Wildkrankheiten, ihre Erkennung und die Prävention gehören zum Sachgebiet Wildhege, Jagdbetrieb und jagdliche Praxis – und damit zum Prüfungsstoff. Dazu kommt der Lehrgang zur „kundigen Person“ nach EU-Recht, der in unseren Kursen enthalten ist und den hygienisch korrekten Umgang mit erlegtem Wild behandelt. Mehr unter Jagdausbildung.
Häufige Fragen zur ASP
Nein. Das Virus ist für Menschen ungefährlich. Für Haus- und Wildschweine endet eine Infektion dagegen fast immer tödlich.
Symptome und Verlauf sind kaum zu unterscheiden, die Erreger sind aber nicht miteinander verwandt. Sicherheit gibt nur die Laboruntersuchung.
Vor allem über Speisereste und kontaminiertes Material. Ein weggeworfenes Wurstbrot an der Raststätte kann genügen – das Virus ist in Fleischerzeugnissen monatelang haltbar.
Jagdausrüstung nach Auslandsreisen gründlich desinfizieren, kein Fleisch und keine Trophäen aus betroffenen Gebieten mitbringen und die Schwarzwildbestände reduzieren.